Junge Liste Saaldorf-Surheim zu Besuch im neuen Dorfladen in Petting
Wie wichtig eine funktionierende Nahversorgung für das Leben in einer Gemeinde ist, zeigt sich oft erst dann, wenn sie fehlt. Genau das war für die Junge Liste Saaldorf-Surheim Anlass genug, nur wenige Tage nach der Eröffnung des neuen Dorfladens in Petting vorbeizuschauen. Der Besuch war bewusst gewählt – denn das Thema Nahversorgung spielt in der Gemeinde eine zunehmend zentrale Rolle: In Saaldorf gibt es derzeit keinen eigenen Nahversorger, gleichzeitig suchen viele Direktvermarkter nach besseren Möglichkeiten, ihre Produkte zu verkaufen.
Der neue Dorfladen in Petting ist weit mehr als ein klassisches Geschäft. Er ist Treffpunkt, Versorger und regionaler Marktplatz zugleich. Betreiber Christian Schächner, der inzwischen mehrere solcher Standorte in der Region aufgebaut hat, nahm sich viel Zeit, um die Idee hinter seinem Konzept zu erklären. In einem offenen Gespräch berichtete er von den Herausforderungen der Umsetzung, seinem langfristigen Ansatz und darüber, warum gerade kleinere Gemeinden neue Wege gehen müssen, um ihre Grundversorgung zu sichern.
Schnell wurde deutlich: Ein Dorfladen lebt nicht allein von Öffnungszeiten oder Technik, sondern vor allem von Vertrauen, Regionalität und Akzeptanz in der Bevölkerung. „Man merkt sofort, dass hier jemand mit Überzeugung, viel Erfahrung und Herzblut am Werk ist“, waren sich Eva Wohlschlager und Antonia Huber von der Jungen Liste einig. Besonders gefreut haben sich die beiden darüber, dass auch das Personal aus dem eigenen Dorf kommt – ein Detail, das den Dorfladen noch stärker mit den Menschen vor Ort verbindet.
Besonders beeindruckt zeigte sich die Gruppe vom vielfältigen Sortiment: Produkte des täglichen Bedarfs, ergänzt durch zahlreiche Erzeugnisse regionaler Landwirte und Produzenten. Schächner kombiniert klassische Bedienzeiten mit einem modernen Selbstbedienungskonzept, das Einkäufe frühmorgens, spätabends und sogar am Wochenende ermöglicht.
Besonders Veronika Mayer zeigte sich überrascht, wie breit das Angebot im Dorfladen tatsächlich ist. Vom einfachen, preisgünstigen Alltagsprodukt bis hin zu hochwertigen Spezialitäten direkt aus der Region – alles findet seinen Platz. „Diese Mischung gefällt mir besonders gut, weil wirklich für jede Zielgruppe etwas dabei ist“, meinte sie. Gerade die Kombination aus fairen Preisen und regionalen Qualitätsprodukten zeige, dass ein Dorfladen sowohl sozial als auch wirtschaftlich funktionieren könne.
Beim Rundgang wurde nicht nur geschaut, sondern auch ausprobiert: Von frischem Brot bis hin zu regionalen Schmankerln – die Auswahl überzeugte die Gruppe schnell. Bezahlt werden kann entweder ganz klassisch an der Kasse oder über moderne Selbstbedienungsterminals.
„Man sieht wirklich, dass das gut durchdacht ist. Das ist ein Konzept, das auch bei uns funktionieren könnte“, meinte Lisa Standl. Martin Wolfgruber ergänzte: „Besonders praktisch finde ich, dass man sich nicht extra registrieren muss. Die Tür öffnet man einfach mit der eigenen Bankkarte – das ist ideal, wenn gerade keine regulären Öffnungszeiten mit Personal sind.“
Ergänzend betreibt Schächner einen Online-Marktplatz, auf dem regionale Direktvermarkter ihre Produkte anbieten können. Damit werden deren Erzeugnisse sichtbarer – unabhängig von Öffnungszeiten und Standort. Für Gemeinden wie Saaldorf-Surheim, die starke Direktvermarkter haben, aber keine zentrale Anlaufstelle, ist dieser Ansatz besonders interessant.
Für die Junge Liste war der Besuch weit mehr als ein informatives Treffen. „Wir haben hier ein Konzept gesehen, das genau zu den Herausforderungen passt, vor denen viele Gemeinden stehen – auch unsere“, erklärt Moritz Jellinek. Die Verbindung aus Nahversorgung, Regionalität und moderner Organisation könnte auch in Saaldorf-Surheim ein zukunftsweisender Ansatz sein.
Gerade für die Direktvermarkter der Gemeinde bieten sich neue Perspektiven: faire Präsentation der Produkte, kurze Wege und eine stärkere direkte Bindung zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Gleichzeitig würde das Modell die Lebensqualität vor Ort steigern – insbesondere für ältere Menschen, Familien und Berufstätige.
Der Besuch zeigt, wofür die Junge Liste Saaldorf-Surheim steht: hinschauen, zuhören und aus der Praxis lernen. Statt theoretischen Diskussionen setzt die Gruppe auf konkrete Beispiele und sucht aktiv nach praxistauglichen Lösungen für die Gemeinde.
„Eine verlässliche Nahversorgung ist Grundvoraussetzung dafür, dass ein Dorf gut funktioniert“, fasst Andreas Stadler zusammen. Der Dorfladen in Petting habe eindrucksvoll gezeigt, wie sich Tradition und Moderne verbinden lassen – und wie ein solches Konzept den ländlichen Raum langfristig stärken kann.


